Cammer
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Schaumburg
Update - Stand: 20.11.2017
Die Schaumburg - Lippischen Trachten Wo Trachten noch zu sehen sind. Wenn man vor 30 Jahren mit dem Auto von Minden nach Hannover auf der Bundesstraße 65 fuhr und dabei das Schaumburger Land durchquerte, sah man in den Dörfern rechts und links der Straße immer wieder Frauen in ihrer Tracht. Es waren meist ältere Frauen, die diese bäuerliche Kleidung noch trugen. Die Tracht ist heute aus dem Straßenbild verschwunden. Vorgeführt wird sie nur noch bei Trachten- und Dorffesten, wie bei uns in Cammer beim Erntefest. Dann aber wird diese bäuerliche Tracht mit berechtigtem Stolz getragen, da sie wohl die schönste in Norddeutschland ist. In Schaumburg-Lippe gibt es drei Trachten, die sich wie folgt unterscheiden: Die Friller Tracht (Titelseite), die in den sechs ehemaligen Dörfern des Kirchspiels Frille, - Frille, Wietersheim, Cammer, Aminghausen, Leteln und in der selbständigen Kirchengemeinde Dankersen - getragen wurde. Die Bückeburger Tracht (die Westertentracht) und die Lindhorster Tracht (die Häger- und Östertentracht). In der Seeprovinz und im südlichen Bereich von Schaumburg-Lippe waren diese Trachten nicht vertreten. Zur Geschichte der Schaumburg-Lippischen Trachten Die Schaumburger Trachten gehen in ihren Grundformen auf die niederländische (spanische) Mode zurück, wie sie in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts getragen wurde. Zum Beispiel läßt sich die "Mühlsteinkrause"- auch wenn der Kragen in Frille schmal und plissiert ist- auf diese Zeit zurückführen. Auf Bildern der holländischen Maler Rembrandt, van Dyk und Rubens kann man dies heute noch miteinander vergleichen. Aus jener Zeit wurden die schweren Stoffe beibehalten, während sich die Schultertücher und die Halbärmel mit der Mode des 18. und 19. Jahrhunderts entwickelt hatten. Zu allen Zeiten wirkten die Trachten wohlhabend, in ihren Formen jedoch einfach und maßvoll. Nach der Reichsgründung 1870/71 setzte eine durch das Fürstenhaus unterstützte und geförderte Trachtenpflege ein. Die Folge dieser heimatpflegerischen Betreuung war eine bis dahin nicht gekannte Zum Schluß Die Trachten gehören der Vergangenheit an. Deshalb gilt ein Dank allen Trachtengruppen, die sich der Überlieferung und des Brauchtums verpflichtet fühlen, die die alten Tänze auf Heimat- und Erntefesten vorführen und die beeindruckend schönen Trachten vorzeigen. Das feste Gefüge einer "Kleiderordnung" gab den Menschen auf dem Lande Halt und war ihnen eine Lebenshilfe zugleich. Was die Trachten betrifft: "Jeder wußte, wie er sich zu jeder Gelegenheit zu kleiden und somit auch zu verhalten hatte!" (Willi Knoop / Erhard Saecker / 1996)